Sonntag, 18. Januar 2015

Wie ich ins Heim kam & der Tag des Einzuges


Damals habe ich mich wirklich schlecht mit meiner Diabetes-Sau verstanden... Und das lag wohl zu 99% an mir :) Ich hatte einen HbA1c von 13,1% und meine Dia-Ärztin riet mir und meiner Familie im Januar 2014 das es besser wäre, wenn ich mal eine Zeit lang von Zuhause weg ginge.

 Sie sagte mir das es eine Diabetes-Station in Naumburg, Sachsen-Anhalt gibt, die sehr gut sein soll.Also fuhren meine Mutter und ich ca. 600km runter in den Süden. Nach 6 Stunden Fahrt kamen wir im Nachbarort an, wo wir uns in einer Jugendherberge für 2 Tage einquartiert hatten. Am nächsten Tag fuhren wir zu der Reha-KLinik, in der die Diabetes-Station war. 16 Kinder und Jugendliche hatten auf 4 Stationen Platz. Jede Station hat eine Küche, ein Esszimmer, ein Wohnzimmer, einen Waschraum und 8 Doppelzimmer. Die Reha Klinik beherbergt eine große Sporthalle und ein Schwimmbad. Als meine Mutter und ich den Rückweg antraten, war uns beiden eigentlich ziemlich schnell klar: Das ist nicht das richtige für mich...
Ich hatte dort nicht die Chance meine Schule weiter zu machen(nur in einer Abendschule) und mein Hobby/Leben das reiten konnte ich dort auch nicht weiterverfolgen. Außerdem Doppelzimmer? Nein danke! Vor allem aber das Klinik-Ambiente war für mich nicht ok, denn meine Sau und ich haben lange genug in Kliniken gelegen. Das berichteten wir dann auch wenig später meiner Dia-Ärztin und diese versprach sich nochmals umzusehen/-zuhören. Allerdiings waren die Einrichtungen, von denen sie wusste weiter im Süden.... 

Nach ein paar Tagen rief sie dann bei meiner Mutter an und erzählte von einer Einrichtung hier im schönen Norden, die sich vor wenigen Jahren auf Diebates spezialisiert hatten. Diese schauten meine Familie und ich uns dann Anfang Februar an. Der Gedanke an ein Heim gefiel mir zwar nicht, allerdings gefiel es mir dort auf Anhieb. Die Einrichtung besteht aus 3 Reihenhäusern in der 12 Kinder und Jugendliche mit, aber auch ohne Diabetes leben. Ich weiß noch genau, wie ich mir alles zeigen ließ und wie ich immer mehr Gefallen daran fand. Ich meine Hallo? Pool, Sauna? Und ein Mädchen was reitet? Ich konnte meine Schule weiter machen und auch reiten! Das war schon cool. Als wir fertig waren, verabschiedeten wir uns und ich stand auf der Warteliste. 


Mittlerweile ging es mir immer schlimmer, ich hatte ab und an komische Schmerzen unterhalb der Rippen und somit fuhr meine Mutter mich zu meinem Kinderarzt. Dieser schickte mich mit Verdacht auf eine Leberentzündung in die Klinik. Und dort stellte sich heraus: Ich stand kurz vor dem Leberversagen(Meine Leber war aufs 3fache angeschwollen, die Leberwerte viiel zu hoch und mein HbA1c war bei 15,3% angekommen. So verbrachte ich den Valentinstag 2014 mit meiner besten Freundin in meinem Einzelzimmer (Quarantäne) und wir schauten uns Jurrassic Park an :D 

Nach eineinhalb Wochen durfte ich dann die Klinik verlassen. Es kam jeden Tag eine nette Dame von einer Familienhilfe und ich musste jede Woche einmal zur Dia-Sprechstunde um Schadensbegrenzung bei der Dia-Sau und mir zu machen. Am 11. März bekamen wir dann den langersehnten Anruf von der Heimleiterin. Ich durfte meine Sachen packen, am 19. sollte ich einziehen. Einerseits war ich total froh, denn es ging mir ja schon total schlecht, andererseits war ich traurig meine Freunde und Familie verlassen zu müssen.Am 19. März war es dann soweit. Die Kisten waren gepackt und meine Dia-Sau und ich startbereit. Am Morgen fuhr ich noch in den Stall um mich von meiner besten Freundin zu verabschieden und dann ging es unter Tränen nach Schleswig(bz. in die Nähe davon). 

Als ich dort um 11Uhr ankam, saß das ganze Team der Betreuer an einem Tisch zur Team-Besprechung. So lernte ich gleich jeden kennen(und habe mir natürlich niemanden merken können;) ). Es ging in das kleine Wohnzimmer und dort erläuterten mir die Heimleiter einige Regeln, wir klärten einiges Organisatorisches und ich bekam mein kleines Dia-Körbchen. Der erste Wert zeigte dann auch gleich ein freundliches HI, welches wir aber schnell in Dauerunterzuckern verwandeln konnten.
 Nachdem ich Mittag gegessen hatte und schon einige der Bewohner kennengelertn hatte gingen meine Eltern in mein Zimmer um schon einige Kisten auszupacken. Dann fuhren sie und ich und meine Dia-Sau richteten uns ein. Wenn ich mich so an diese Zeit erinnere, muss ich grinsen, gleichzeitig kommen mir die Tränen... Ich bin so froh hier gelandet zu sein! Denn es geht mir so viel besser! Der HbA1c ist auch schon bei 7,6%.

Die Dia-Sau an der Schleppleine bzw frei zu lassen war so eine dämmliche Idee....Zum Nachmachen definitiv nicht empfohlen! Ich bin noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Meine Leber hat sich Gottseidank wieder regeneriert und der Dia-Sua geht´s auch wieder gut. Aber es hätte auch anders kommen können. Ein riesen Dankeschön, an die leute, die mich unterstützt haben und immer noch Unterstützen!

Eure Annika

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