Donnerstag, 14. Juli 2016

Pen oder Pumpe….? Ein Luxusproblem?



In letzter Zeit hatte ich mehrere Pannen mit meiner Pumpe. Oft war der Katheter abgeknickt, mit Blut gefüllt, rausgerissen oder das Reservoir war leer und ich hatte vergessen ein neues mit zur Arbeit zu nehmen. Die Folgen waren viele viele hohe Werte und einige Male Keton. Ab und an habe ich auch das Gefühl ich spritze Wasser. Ich spritze gefühlt das komplette Reservoir und der Wert bleibt wie er ist.
Am Montag wachte ich auf mit einem 300mg/dl-Wert auf.
Mir war ziemlich schlecht und ich hatte Durst wie sonst was. Den Übeltäter hatte ich dann auch schnell gefunden: Der Katheter war halb abgerissen und die Teflon-Nadel war nicht mehr in der Haut. Kein Wunder das der Wert so hoch war… Natürlich maß ich gleich Keton (1,8mmo/l), denn die Anzeichen waren eindeutig… Nachdem ich mich aus dem Bett gequält, gemessen und noch einen riesigen Schluck Wasser getrunken hatte, überkam mich eine schlimme Übelkeit.

 
Ketone und Hohe Werte

 An den Weg von meinem Zimmer zur Toilette kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß nur dass ich irgendwie auf dem Boden lag, Messgerät, Stechhilfe, Libre, Teststreifen und Handy neben mir. Mich überkam ein Würgereiz, allerdings musste ich mich nicht übergeben. Zitternd und Schweigebadet wartete ich kurz, bis ich mich mit meinem Kram und einem Eimer ausgestattet auf die Couch schleppte. Dort baute ich mir ein Lager auf, in dem ich die nächsten 5 Stunden verbrachte. 

Das "Couch-Lager" mit genügen Wasser, Brezeln gegen Hungerketon, Messgerät und Co und TV



Es dauerte ganze 7 Stunden bis die Ketone weg waren und der BZ wieder einigermaßen normal.
So etwas lässt mich immer nachdenken:

Ist die Pumpe richtig für mich?
Mache ich vielleicht irgendetwas falsch beim Katheter setzten?
Und wirkt das Insulin überhaupt noch richtig?
Liegt das alles an mir oder an einer Pechsträhne?
Was könnte ich tun, damit so etwas nicht wieder passiert?
Nehme ich vielleicht lieber morgens hohe Werte in Kauf, weil das Basalinsulin nicht perfekt passt und nur mit Basalrate perfekt im Zielbereich liegt?
Oder nehme ich lieber so etwas wie Montag in Kauf?
Wäre eine Pumpe, ohne „Schlauch-rausreiß“-Möglichkeit, also eine Patch-Pump, die richtige Lösung? Geht das Wechseln überhaupt?
Ich habe doch die Pumpe erst im Dezember 2014 verschrieben bekommen…
Oder doch eher die Pens, die man statt dauerhaft am Körper trägt, nur kurze Zeit im Körper stecken hat? Wie wäre es wenn ich wieder Humalog nehme, mit dem ich damals mit der Pumpe eingestellt wurde?
Oder bleibe ich bei NovoRapid und bin einfach nur zu ungeduldig um die 2 Stunden abzuwarten bis sich was tut?
Bin ich einfach nur zu viel Luxus gewohnt?

 
Die Pumpe ist ein riesen Luxus, aber ist Luxus das Richtige für mich?

Fragen über Fragen. Die eigentlich nur ich mir selbst oder meine Diabetologin beantworten kann. Ich lobe immer die Technik die mir meinen Alltag mit Diabetes erleichtert, aber momentan bin ich nicht 100%ig von meiner Pumpe überzeugt…
Ich habe schon meine Diabetologin angefunkt und ich hoffe wir finden eine Lösung.
Und nun ist auch Schluss mit dem Gejammer  Denn eigentlich kann ich froh über die ganze Forschung und Technik sein. Im Mittelalter wäre ich schon tot :-)


Liebste Grüße
Eure

Annika

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